Online-Austauschforum zur Beschneidungspraxis an Jungen | Di 29.11.22 10:00 – 12:00

Als Mitgliedsorganisationen und Aktive im Bundesforum Männer begrüßen wir, dass das BFM den WWDOGA 2021 erstmals unterstützt hat. Die Diskussionen im Anschluss an die Mitgliederversammlung im Dezember 2021 haben gezeigt, wie wichtig eine Auseinandersetzung mit der Beschneidungspraxis an Jungen nach wie vor ist. Fünf Jahre nach Verabschiedung des BFM-Positionspapiers zur Beschneidung von Jungen, zwei Jahre nach Erarbeitung des Papiers zur kommerziellen Verwendung intakter Neugeborenenvorhaut in der Fachgruppe Jungen und junge Männer sowie ein Jahr nach dem Beschluss des BFM, den WWDOGA zu unterstützen, möchten wir Erfahrungen austauschen und eine kritische Bilanz ziehen. Wir laden andere Mitgliedsorganisationen und Akteure im BFM ein, an unserem Austausch teilzunehmen.

Der Austausch findet statt am

Dienstag 29.11.2022 von 10.00 bis 12.00

Online via Zoom – der Zugangslink kommt nach Anmeldung bei Victor Schiering victor.schiering@mogis-verein.de

Um ins Gespräch zu kommen gibt es drei Kurzimpulse:

• zum BFM-Positionspapier zur Beschneidung von Jungen (Victor Schiering)

• zur kommerziellen Verwendung von Neugeborenen-Vorhäuten (Bernhard Stier)

• zum BFM-Beschluss einer Unterstützung des WWDOGA (Gunter Neubauer)

Herzliche Einladung – über eine positive Resonanz und einen offenen Austausch freuen wir uns!

Mit kollegialen Grüßen

Matthias Becker, Volker Handke, Thomas Hölscher, Olcay Miyanyedi, Gunter Neubauer, Victor Schiering, Ephraim Seidenberg, Manasseh Seidenberg und Bernhard Stier

Jahrestreffen 2022 des Netzwerks Jungen- und Männergesundheit

Das Netzwerktreffen fand vom 16. bis 17. September 2022 in Berlin statt und es versammelten sich 20 Netzwerkmitglieder, Fachleute und Interessierte.

Am Freitagabend konnte vor Beginn des Netzwerktreffens ein Hintergrundgespräch mit Boris Velter, dem Leiter der Leitungsabteilung im Bundeministerium für Gesundheit und Bundesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) und Vertreterinnen und Vertretern des Netzwerks arrangiert werden, das im Hauptstadtbüro der Techniker Krankenkasse stattfand. Hintergrund war dieser Passus im Koalitionsvertrag zwischen SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP: „Wir berücksichtigen geschlechtsbezogene Unterschiede in der Versorgung, bei Gesundheitsförderung und Prävention und in der Forschung und bauen Diskriminierungen und Zugangsbarrieren ab. Die Gendermedizin wird Teil des Medizinstudiums, der Aus-, Fort- und Weiterbildungen der Gesundheitsberufe werden.“ Neben dem gegenseitigen Kennenlernen war es Ziel des Gesprächs, auf Forderungen des Netzwerks (siehe Forderung nach einer Männergesundheitsstrategie) hinzuweisen, die mit dem im Koalitionsvertrag formulierten Vorhaben im Einklang stehen, und auszuloten, wie diese besser an politischen Entscheidungsträger vermittelt werden können.

Am Abend folgte der offizielle Beginn des Netzwerkstreffens bei einem gemeinsamen Abendessen mit Gelegenheit für Austausch und Kennenlernen.

Das inhaltliche Programm des Netzwerktreffens startete am Sonnabend im Rathaus Charlottenburg. Nach einer Kennenlernrunde der Teilnehmenden gab Gunter Neubauer vom Sozialwissenschaftlichen Institut Tübingen (SOWIT) einen Rückblick auf die Netzwerkaktivitäten in der Zeit seit dem letzten Netzwerktreffen im Herbst 2019 in Nürnberg. Das waren u.a.:

  • das Online-Treffen zum 15-jährigen Netzwerkjubiläum am 6. November 2020
  • eine Korrespondenz mit Vorstand der Bundestagsfraktion und Bundesvorstand BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN (06/2021) als Reaktion auf die Antwort der Bundestagsfraktion auf die Umfrage von gesund.men zur Einschätzung, wie die Ungleichheit in der Lebenserwartung reduziert werden könne, und ob BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN ein konkretes Ziel in Bezug auf die Lebenserwartung von Männern und Frauen habe
  • zwei Workshops zur Vernetzung „männergesunder“ Kommunen
  • die Vorbereitung und Veröffentlichung des Männergesundheitsmanifests 2021 mit der Forderung nach einer Männergesundheitsstrategie für Deutschland
  • die Beteiligung an den Kampagnen und Veranstaltungen zum Tag der ungleichen Lebenserwartung 2020 und 2021
  • die Unterstützung einer Beteiligung des Bundesforum Männer am Worldwide Day of Genital Autonomy (WWDOGA)
  • die Pflege des Online-Auftritts des Netzwerks: https://manner-nachrichten.info/%3C/a%3E%3C/li%3E

Für den Vormittag waren eine Reihe von Projektpräsentationen geplant.

Den Start machte Prof. Kurt Miller, Vorstandsmitglied der Stiftung Männergesundheit, der erste Ergebnisse des im November 2022 erscheinenden Jungengesundheitsberichts der Stiftung präsentierte. Für diesen Bericht wurden in einer eigenen Studie 3.000 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 28 Jahren befragt. Ziel war es, Informationen über das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden, das Gesundheitsverhalten und das soziale Umfeld von jungen Männern im Vergleich zu jungen Frauen zu erhalten.

Im Anschluss präsentierte Cora Spahn von der Universität Leipzig das Projekt MEN-ACCESS,, ein Projekt zur Suizidprävention für Männer, das in drei Teilprojekten in einem Forschungsverbund aus Universität Leipzig, der Medical School Berlin und der Universität Bielefeld bearbeitet wird. Im Fokus stand das erste Arbeitspaket des Teilprojekts der Universität Leipzig, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie. Hier wurden qualitative Interviews mit Männern durchgeführt, die einen Suizidversuch unternommen hatten. Themen der Interviews waren, neben soziodemografischen Angaben, die Anzeichen die dem Suizidversuch vorausgingen, wie Hilfesysteme in Anspruch genommen werden bzw. welche Hinderungsgründe bestehen und welche Strategien oder Personen in der Krise hilfreich waren. Ziel ist es ein E-Learning-Tool für Männer mit Suizidrisiko zu entwickeln.

Im Anschluss stellte Gunter Neubauer Erfahrungen aus dem Projekt „Familien stärken durch männerbezogene Suizidprävention“ (2020 bis 2021) aus Baden-Württemberg vor. Ziel war es, mit verschiedenen Kooperationspartnern Angebote der Suizidprävention und Beratung weiterzuentwickeln, so dass Männer besser als bisher erreicht werden. Dazu wurden neben Literatur- und Praxisrecherche, Experteninterviews und Fokusgesprächen auch Aktionen in regionalen Praxiszusammenhängen durchgeführt (Arbeitskreis Leben Reutlingen / Tübingen, Netzwerk Männerberatung Stuttgart, Landkreis Göppingen, Landesarbeitsgemeinschaft Jungenarbeit B-W) sowie Publikums- und Fachveranstaltungen veranstaltet und eine Projektbroschüre erstellt. Diese enthält neben einer ausführlichen Dokumentation auch die im Projekt erarbeiteten Empfehlungen für gelingende männerbezogene Suizidprävention.

Es folgte die Vorstellung des Projekts „MARS: Männerschuppen als Orte der Gesundheitsförderung und Prävention im kommunalen Setting für Männer ab 50 Jahren“ von Lennart Semmler, Fachreferent von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen. Männerschuppen sind nach Definition der Australien Men‘s Sheds Association, den Begründern dieser Idee, „jede gemeindebasierte, gemeinnützige, nicht-kommerzielle Organisation, die für alle Männer zugänglich ist und deren Hauptaufgabe darin besteht, ein sicheres und freundliches Umfeld zu schaffen, in dem Männer in ihrem eigenen Tempo, in ihrer eigenen Zeit und in der Gesellschaft anderer Männer an Projekten arbeiten können.“ In einem Teilprojekt wurde zunächst die Evidenz für die Effektivität der Wirkung gemeindebasierter Männerschuppen auf den subjektiven Gesundheitszustand, das subjektive Wohlbefinden und die soziale Isolation von älteren Männern anhand einer systematischen Literaturrecherche überprüft. Außerdem sollten Merkmale erfolgreicher und nachhaltiger Männerschuppen identifiziert werden. Dazu zählen geeigneten Räumlichkeiten, ausreichende finanzielle Mittel sowie eine von den Teilnehmern gesteuerte Verwaltung und Organisation. Zum Abschluss wurden der Status Quo und die Perspektiven des MARS-Projektes berichtet, in dessen Laufzeit (04/2022 bis 03/2025) acht Männerschuppen in Bremen und Umgebung entstehen sollen.

Der Nachmittag startete mit Ergebnissen des Projekts „Gesund leben – gesund bleiben“, die von Kolja Lange, Koordinator für Gesundheitsförderung der Region Hannover vorgestellt wurden. Im Rahmen des Projekts wurden Bewohnerinnen und Bewohner im mittleren Lebensalter (35 bis 55 Jahre) von zwei sozial schwächeren Stadtteilen Hannovers für gesundheitsförderliches Verhalten sensibilisiert und angeregt. Die Stadtteile sollten durch den Aufbau entsprechender Strukturen und Vernetzungen gesundheitsförderlicher gestaltet werden, wobei an bestehende Gesundheitsprojekte / Strukturen in den Stadtteilen angeknüpft werden konnte. Zudem sollten die Gesundheitskompetenz gestärkt und geschlechterspezifische Zugangswege erschlossen werden. Dazu wurden Interviews mit Schlüsselpersonen aus den Stadtteilen geführt, um zu erfahren, welche Angebote bereits bekannt sind und auch genutzt werden, aber auch welche Angebote gewünscht werden (Bestands- und Bedarfsanalyse). Dabei zeigte sich, dass bestehende Angebote häufig nicht bekannt oder genutzt werden. Hinsichtlich der Bedürfnisse zeigten sich geschlechtsspezifische Unterschiede. Männer hatten ein sehr hohes Interesse an Bewegungsthemen, sowie ein hohes Interesse an Ernährungsthemen und ein eher geringes Interesse an Angeboten zur psychischen Gesundheit. Als gewünschte Angebotssettings wurden von Männern Angebote vor Ort, Aktionstage, Kurse, Schnupperangebote und Hybridangebote genannt. Die Angebote sollten zu Hause oder draußen nutzbar sein und vor allem werktags in den Abendstunden oder an den Wochenenden vor- oder nachmittags angeboten werden. Als eine Maßnahme wurde daraufhin eine digitale Stadtteilkarte erstellt, die dabei helfen soll, Angebote für Erwachsene aus den Bereichen Gesundheit, Beratung, Kultur und Treffpunkte im Stadtteil zu finden. Die Kursanbietenden wurden ermutigt, den Bedürfnissen der Bewohnerinnen und Bewohner zu begegnen und diese z.B. niederschwellig vor Ort anzubieten oder Themen zu kombinieren und gängige Kursformate aufzubrechen. Momentan noch in der Umsetzung ist die Einrichtung von sogenannten Gesundheitsstationen, die zeitlich flexibel zur Bewegung und Entspannung genutzt werden können, außerdem die Erstellung eines Handlungsleitfadens für Projekte kommunaler Gesundheitsförderung.

In einer folgenden Blitzlicht-Runde wurden von Gunter Neubauer kommunale Zugänge der Gesundheitsförderung vorgestellt, von Eberhard Siegl, Sekretär des Dachverbands für Männer-, Burschen-, und Väterarbeit in Österreich (DMÖ) das internationale Erasmus+ Projekt „Männergesundheit im Internet“ und von Lennart Semmler über männersensible Angebote des Betrieblichen Gesundheitsmanagements berichtet.

Für eine Berliner Runde konnten am Nachmittag Arn Sauer von der Bundesstiftung Gleichstellung, Stefan Bräunling vom Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit und Dag Schölper vom Bundesforum Männer, unserem Dachverband, in der Runde begrüßt werden. In den Gesprächen mit ihnen ging es um Männerperspektiven in den jeweiligen Arbeitszusammenhängen, Bezüge zur Jungen- und Männergesundheit sowie Möglichkeiten zur Kooperation.

Die verbleibende Zeit wurde dann für Absprachen und die Planung der Weiterarbeit im Netzwerk genützt. Dabei wurden u.a. folgende Schwerpunkte vereinbart:

  • das Männergesundheitsmanifest 2021 zur Notwendigkeit einer Männergesundheitsstrategie mit einem Fokus auf Depression und Suizidprävention schärfen und weitertreiben
  • ein Factsheet zur Lebenserwartungsdifferenz erstellen (im Kontext der Kampagne zum Tag der ungleichen Lebenserwartung)
  • die Männergesundheitswoche 12. – 18. Juni 2023 nutzen, um Informationen über gute Praxis der Männergesundheitsförderung aufzubereiten und in den Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit einzuspeisen

Außerdem beschloss das Netzwerk, künftig den Aktionstag World Wide Day of Genital Autonomy (Weltweiter Tag der Genitalen Selbstbestimmung – WWDOGA) zu unterstützen. Die Vernetzung von Kommunen mit dezidierten Aktivitäten im Bereich der Männergesundheit, etwa der Entwicklung kommunaler Männergesundheitsstrategien und -konzeptionen, soll bei Gelegenheit wieder aufgenommen und fortgeführt werden.

Das nächste Netzwerktreffen im Frühjahr 2024 soll in Hannover stattfinden. Es wird von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen ausgerichtet.

Anne Starker wird neben Stefan Beier, Gunter Neubauer und Matthias Stiehler die Koordination des Netzwerks unterstützen.

Es ist erfreulich, dass mit diesen Vereinbarungen die Weiterarbeit des Netzwerks in der nächsten Zeit auf eine gute Grundlage gestellt werden konnte. Allen Beteiligten und dem Vorbereitungsteam ein ganz herzlicher Dank!

Mit einem Spaziergang durch den Schlossgarten Charlottenburg und einer biopsychoszialen Stärkung in Altberliner Wirtshausatmosphäre klang das Netzwerktreffen aus.

Interessierte finden die Dokumentation ausgewählter Beiträge auf der Website der LVG & AFS Niedersachsen.

Anne Starker, Lennart Semmler

„Wenn nicht jetzt, wann dann?“ Internationale Männergesundheitswoche 12. – 18. Juni 2023

Über die Männergesundheitswoche

Die Internationale Männergesundheitswoche findet jährlich in der Woche des Internationalen Vatertags (jeder 3. Sonntag im Juni) statt – im Jahr 2023 somit vom 12. bis 18. Juni.

Die Stiftung Männergesundheit gibt zu diesem Anlass Empfehlungen heraus, wie verschiedene Einrichtungen mit Aktionen auf Themen der Männergesundheit aufmerksam machen und Männer aller Altersgruppen zu einem gesundheitsbewussteren Leben bewegen können.

Im nächsten Jahr richten wir den Fokus auf die Bewegung der „Men´s Sheds“, Männer-Treffpunkte als Alternativen gegen die Einsamkeit von älteren Männern.

Aufruf zur aktiven Mitgestaltung der Männergesundheitswoche 2023

Laden Sie sich hier unseren Konzeptvorschlag herunter, um schon mal eine Idee oder Inspiration zu bekommen, was Sie in Ihrer Kommune oder Einrichtung zur Männergesundheitswoche 2023 unternehmen können. Gern nehmen wir Ihre Aktionen und Veranstaltungen auf unserer Webseite mit auf und berichten über unsere Kanäle in den Sozialen Medien darüber.

Download: Konzeptvorschlag zur Männergesundheitswoche 2023 (pdf)

Kontakte: Prof. Dr. Doris Bardehle, Juliane Rahl

Online-Vortrag „Porno, Sex und Männlichkeit“ 08.11.22, 18:00 – 20:00

Sexualität ist Genderpraxis schlechthin. Bei Jungen und Männern vermittelt sie ihren männlichen Körper, ihre Selbstbilder und Gendervorgaben der Männlichkeit. Verändern sich gesellschaftliche Bedingungen für Geschlechter, wirkt sich das auf ihre Sexualität aus und umgekehrt. Heute geschieht das in einer doppelten Dynamik: Geschlechter haben sich verändert und durch die Internetpornografie ist auch Sexualität eine andere geworden. Wie wirkt sich beides auf Jungen und Männer, auf Solosex und Partnersex aus?

Das Pornonutzen und die Sexualitäten junger Männer wurden in einer aktuellen SOWIT-Studie im Zusammenhang mit Männlichkeitsfragen untersucht. Dabei stellte sich heraus: Männliche Normierungen und Anforderungen haben sich verändert, der Dominanz-Mann ist nicht mehr gefragt. Aber auch heute ist Männlichsein ohne Sex schwer vorstellbar. Zur Sexualität mit Partnern und Partnerinnen gesellte sich mit den Internetpornos ein stabiler Zweig männlicher Sexualität, der mit dem partnerschaftlichen Sex kaum vermittelbar scheint – und umgekehrt vor ihm geschützt werden muss.

Referent: Dr. Reinhard Winter, SOWIT Tübingen, Autor von „Porno, Sex und Männlichkeit. Wie junge Männer ihre Sexualität schaffen“, im August erschienen bei Beltz Juventa

Veranstalter: männer.bw | Forum Männer und Väter in Baden-Württemberg, Moderation: Christian Kindler

Anmeldung: Bitte bis 31. Oktober 2022 unter anmeldung@maenner-bw.de. Ein Zoom-Link wird nach der Anmeldung zugesandt. Die Veranstaltung ist kostenfrei.

Präsentation 5. Männergesundheitsbericht 17.11.22, 10:00 – 13:00

Die Stiftung Männergesundheit lädt am 17. November 2022 zur Präsentation des mittlerweile 5. Männergesundheitsberichts »Junge Männer und ihre Gesundheit« ein. Im Rahmen der Online-Pressekonferenz und des anschließenden Online-Fachsymposiums werden die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung von 16-28 Jahre alten jungen Männern in Deutschland zur körperlichen und psychischen Gesundheit vorgestellt und aus interdisziplinärer Perspektive eingeordnet. Interessierte können sich über den beigefügten Informationsbogen anmelden.
Informationsbogen
Anmeldung: Lisa-Sophie.Haltenhof@kukm.de

Online-Abendsymposium „Männern in suizidalen Krisen helfen“ 11.10.22, 18:00 – 20:30

Anlässlich der Woche der seelischen Gesundheit lädt der Forschungsverbund MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer zum Online-Abendsymposium ein. Das Symposium richtet sich an Behandler*innen, Betroffene, Hinterbliebene sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Wann: Dienstag 11.10.2022, 18.00 – 20.30 Uhr
Wo: Online
Anmeldung: E-Mail an men-access@medizin.uni-leipzig.de

Programm:

Begrüßung und Vorstellung des Verbundprojekts MEN-ACCESS
Prof. Dr. Birgit Wagner, Medical School Berlin

Suizidales Erleben und Verhalten bei Männern: Beziehungsgestaltung, Krisenintervention und Psychotherapie
PD Dr. Tobias Teismann, Universität Bochum

Männerspezifische Psychotherapie und Pharmakotherapie bei depressiven Störungen
Dr. Andreas Walther, Universität Zürich

Mannsbilder – Männlichkeit in den Medien
Prof. Dr. Frank Schwab, Universität Würzburg

Let’s talk mentally
Jan Romich & Maximilian Komp, Gefährten mit Bärten

Kontakt:

Cora Spahn, Diplom-Psychologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer

Universitätsmedizin Leipzig, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie
Philipp-Rosenthal-Str. 55, 04103 Leipzig

Telefon:  0049 341 97 18801
E-Mail: cora.spahn@medizin.uni-leipzig.de
Webseite: MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer | Entwicklung und Evaluation von zwei genderspezifischen E-Learning-Programmen für Gatekeeper und Männer mit Suizidrisiko am Uniklinikum Leipzig

BVKJ: Informationen zu CHLAMYDIEN-INFEKTIONEN für Jungen und junge Männer

Netzwerkmitglied Bernhard Stier, Jungenbeauftragter des  Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), hat einen Info-Flyer über Chlamydien-Infektionen zusammengestellt, der sich speziell an Jungen und junge Männer wendet.

Sein Ausgangspunkt: „Chlamydieninfektionen sind die am weitesten verbreitete sexuell übertragene Erkrankung mit leider – gerade bei jungen Männern – noch immer zu geringem Bekanntheitsgrad. Das muss sich ändern!“

Der Flyer enthält auch eine Anleitung zur Hoden-Selbstuntersuchung.

Die Print-Version ist bei der BVKJ-Service GmbH erhältlich.

Erste Eindrücke vom Netzwerktreffen 17./18.09.22

Beim Netzwerktreffen am letzten Wochenende versammelten sich 20 Netzwerkmitglieder, Fachleute und Interessierte im Rathaus Charlottenburg in Berlin.

Am Freitagabend konnte ein Hintergrundgespräch mit Boris Velter, Leiter der Leitungsabteilung im Bundeministerium für Gesundheit und Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) arrangiert werden. Bei Gesprächen, Wein und Tapas klang der Abend dann aus.

Nach einer Kennenlernrunde und dem Rückblick auf Netzwerkaktivitäten in der Zeit seit dem letzten Netzwerktreffen im Herbst 2019 in Nürnberg startete die informative und höchst interessante Reihe der Vorträge und Projektpräsentationen am Samstagvormittag. Schwerpunkte waren der kommende Jungengesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit, die männerbezogene Suizidprävention sowie kommunale und regionale Zugänge der Männergesundheitsförderung. Eberhard Siegl, Sekretär des Dachverbands für Männer-, Burschen-, und Väterarbeit in Österreich (DMÖ) präsentierte das internationale Erasmus+ Projekt „Männergesundheit im Internet“.

Für eine Berliner Runde konnten am Nachmittag Arn Sauer von der Bundesstiftung Gleichstellung, Stefan Bräunling vom Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit und Dag Schölper vom Bundesforum Männer, unserem Dachverband, in der Runde begrüßt werden. In den Gesprächen mit ihnen ging es um Männerperspektiven in den jeweiligen Arbeitszusammenhängen, Bezüge zur Jungen- und Männergesundheit sowie Möglichkeiten zur Kooperation.

Die verbleibende Zeit wurde dann für Absprachen und die Planung der Weiterarbeit im Netzwerk genützt. Dabei wurden u.a. folgende Schwerpunkte vereinbart:

  • das Männergesundheitsmanifest 2021 zur Notwendigkeit einer Männergesundheitsstrategie mit einem Fokus auf Depression und Suizidprävention schärfen und weitertreiben
  • ein Factsheet zur Lebenserwartungsdifferenz erstellen (im Kontext der Kampagne zum Tag der ungleichen Lebenserwartung)
  • die Männergesundheitswoche 12. – 18. Juni 2023 nutzen, um Informationen über gute Praxis der Männergesundheitsförderung aufzubereiten und in den Kooperationsverbund gesundheitliche Chancengleichheit einzuspeisen

Außerdem beschloss das Netzwerk, künftig den Aktionstag World Wide Day of Genital Autonomy (Weltweiter Tag der Genitalen Selbstbestimmung – WWDOGA) zu unterstützen. Die Vernetzung von Kommunen mit dezidierten Aktivitäten im Bereich der Männergesundheit, etwa der Entwicklung kommunaler Männergesundheitsstrategien und -konzeptionen, soll bei Gelegenheit wieder aufgenommen und fortgeführt werden.

Das nächste Netzwerktreffen im Frühjahr 2024 soll in Hannover stattfinden. Es wird von der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen ausgerichtet. In die Koordination des Netzwerks steigt mit Anne Starker vom RKI eine sehr kompetente und allseits geschätzte Kollegin mit ein.

Es ist erfreulich, dass mit diesen Vereinbarungen die Weiterarbeit des Netzwerks in der nächsten Zeit auf eine gute Grundlage gestellt werden konnte. Allen Beteiligten und dem Vorbereitungsteam ein ganz herzlicher Dank!

Mit einem Spaziergang durch den Schlossgarten Charlottenburg und einer biopsychoszialen Stärkung in Altberliner Wirtshausatmosphäre klang das Netzwerktreffen aus.

Ein ausführlicherer Bericht folgt.

Warum Männer früher sterben als Frauen – Dienstags-Dialog mit Marc Luy, morgen 06.09.22, 13:00 – 14:00

Format: Online via Zoom

Prof. Dr. Marc Luy ist Senior Scientist / Forschungsgruppenleiter, Vienna Institute of Demography / Wittgenstein Centre for Demography and Global Human Capital (IIASA, ÖAW, Universität Wien) und Honorarprofessor an der Universität Wien

Veranstalter: Population Europe – the network of Europe’s leading demographic research centres

Anmeldung: https://population-europe.eu/tuesday-dialogue-registration (kostenfrei)

Why men die earlier than women: Biological factors, health behaviour and socio-economic conditions

We have known for a long time that men have a lower life expectancy than women. Researchers have been trying to identify the causes of this gender difference for almost as long. The knowledge gained so far is like a big jigsaw puzzle, of which we have most – though not all – individual pieces, that have yet to be put together to form a big picture. The event will therefore attempt to explore the most important factors and the connections linking them in order to come closer to creating an overall picture of the determinants of gender differences in mortality. In particular, the aspects will be highlighted where health policy measures should start in order to better exploit the potential of life expectancy of women and men.

German Translation

Title: Warum Männer früher sterben als Frauen: Biologische Faktoren, Gesundheitsverhalten und sozioökonomische Rahmenbedingungen

Description: Dass Männer eine geringere Lebenserwartung haben als Frauen ist seit Langem bekannt. Fast ebenso lange versuchen Forscher, die Ursachen für diese Geschlechterdifferenz zu identifizieren. Das dabei bis heute erlangte Wissen gleicht einem großen Puzzle, von dem die meisten – wenngleich nicht alle – Einzelteile vorliegen, diese aber noch nicht zu einem großen Gesamtbild zusammengesetzt werden konnten. In dem Vortrag wird daher der Versuch unternommen, die wichtigsten Faktoren und die sie verbindenden Zusammenhänge herauszuarbeiten, um der Erstellung eines Gesamtbilds der Determinanten der Geschlechterunterschiede in der Mortalität näher zu kommen. Dabei werden insbesondere die Aspekte hervorgehoben, bei denen gesundheitspolitische Maßnahmen ansetzen sollten, um das Potenzial der Lebenserwartung von Frauen und Männern noch besser auszuschöpfen.

Reminder: Netzwerktreffen 2022 in Berlin am 16. und 17. September

Bildquelle: berlin.de

Liebe Netzwerkmitglieder, liebe Interessierte,

wir freuen uns über euer Interesse – und gerne weitere Anmeldungen zum Netzwerktreffen 2022 in vier Wochen im Rathaus Berlin-Charlottenburg.

Beste Grüße

Thomas Altgeld, Hannover | Gunter Neubauer, Tübingen | Anne Starker, Berlin | Matthias Stiehler, Dresden

zur Anmeldung

zum Veranstaltungsflyer mit Programm