Mann. Männer. Am Mannsten? Identität, Rolle, sexuelle Gesundheit · Bad Boll 05. – 06.02.24

Gibt es so etwas wie eine männliche Identität? Was macht einen Mann aus – und was nicht? Wir wollen unter die Lupe nehmen, wie männliches Rollenverständnis entsteht und welche Bilder die Gesellschaft im Angebot hat. In welche Schubladen wird Mann gesteckt, und wie wirken sie sich auf die Selbst- und Fremdwahrnehmung aus? Welche Rolle spielt sexuelle Gesundheit, nicht zuletzt bei jungen Männern?

Wir wollen zudem in diesem Kontext die Rolle der Pornographie einordnen: Unser Hauptreferent Dr. Reinhard Winter stellt Ergebnisse einer aktuellen Studie vor und ordnet sie in den Zusammenhang mit Männergesundheit und -identität ein.

Weitere Infos: www.ev-akademie-boll.de/tagung/400824.html


Gesundheit. Vielfalt. Männlichkeit. Was bedeutet Männergesundheit in Zeiten der Dekonstruktion? Fachtag Heidelberg, 22.03.24

Akteure, die zur Gesundheit von männlich gelesenen Menschen forschen, und/oder mit ihnen in der Praxis arbeiten, stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Um handlungsfähig zu sein, müssen sie sich in die übergeordneten Strukturen der Wissenschaft und der Gesundheitsförderung eingliedern. Dabei hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten ein Wechsel vollzogen. Sowohl die Geschlechtergesundheitsforschung als auch die diesbezügliche Gleichstellungspolitik orientieren sich vermehrt an nonbinären Geschlechtermodellen. Diese zielen auf eine Dekonstruktion dual verfasster Leitbilder von Weiblichkeit und Männlichkeit ab.

Von Männergesundheitsforschung wird erwartet, ihr bislang binär festgelegtes Forschungsobjekt zu reflektieren und gegebenenfalls zu reformulieren. Zwar ist sie traditionell immer diversitätsorientiert gewesen. Ihr Fokus entstand jedoch in der Regel in Abgrenzung zu Menschen, die als Frauen gelesen werden. Transmänner oder nichtbinäre Personen werden trotz offenkundiger und substantieller thematischer Schnittmengen erst in jüngerer Zeit als relevante Gruppen betrachtet. Warum?

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind es ähnliche generationsbedingte Konflikte, die eine Rezeption poststrukturalistischer Geschlechtermodelle auch in anderen sozialen Bewegungen erschweren – man denke etwa an den Umgang mit Transfrauen in Teilen der Frauenbewegung. Auch dort funktionierte die Identitätspolitik wesentlich über Exklusion, auch wenn die übergeordneten Ziele und Motive im historischen Kontext bewertet werden müssen.

Doch auf der anderen Seite gibt es pragmatische Gründe, an der Analysekategorie „Mann“ festzuhalten. Eine geschlechtersensible Betrachtung der Gesundheitsberichterstattung, etwa der Differenzen bei der Lebenserwartung, scheint eine zumindest vorläufige Abgrenzung aus heuristischen Gründen zu erfordern. Auch praktische Akteure in der angewandten Gesundheitsförderung wie Sozialarbeiter*innen und Pädagog*innen, die gezielt mit Jungen und Männern arbeiten, müssen sich auf das mehrheitliche Selbstverständnis und die meist cis-heteronormative Deutungswelt ihrer Zielgruppe einlassen, um beides effektiv ansprechen zu können. Dies gilt auch dann, wenn das eigentliche Beratungsziel eher auf eine Auflösung oder Relativierung rigider, gesundheitsbezogen riskanter Männlichkeitsleitbilder abzielt.

In jedem Fall sieht es gegenwärtig aus, als habe die Männergesundheitsforschung ein Kommunikations- wenn nicht sogar ein Kompatibilitätsproblem in ihrem Verhältnis zur aktuellen Geschlechtergesundheitsforschung. Dieser Fachtag möchte die Möglichkeit eröffnen, über Wege zu diskutieren, einerseits ihre Kategorienbildung fluider auszugestalten und andererseits Ziele und Motive männerbezogener Ansätze zu kommunizieren. Dafür sollen Expert*innen zur Gesundheit von Transmännern und nonbinären Menschen mit solchen aus der Männergesundheitsforschung zusammengebracht werden. 

Der Fachtag ist eine Kooperationsveranstaltung von

Er wird gefördert aus Mitteln, die der Landtag von Baden-Württemberg beschlossen hat, und unterstützt durch das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg. Ein Detailprogramm folgt in Kürze.

Termin: Freitag 22. März 2024

Organisation: Dr. Christoph Schwamm (Heidelberg) und Gunter Neubauer (Tübingen)

STD: Start des Netzwerktreffens 2024 mit Fachtag „Innovationen in der Männergesundheitsförderung“ · Bremen, 12.04.24

Das Netzwerktreffen 2024 beginnt mit einem öffentlichen Fachtag zu Innovationen in der Männergesundheitsförderung, bei dem aktuelle Entwicklungen im Bereich Männergesundheit und innovative Projekte der Männergesundheitsförderung im Zentrum stehen werden.

  • Termin: Freitag 12. April 2024, 9.30 – 16.00 Uhr
  • Ort: Haus der Wissenschaft, Bremen
  • Veranstalter: LVG & AFS Niedersachen Bremen, Koordinierungsstellen Gesundheitliche Chancengleichheit Bremen und Niedersachsen, Netzwerk Jungen- und Männergesundheit

Nach einem männergesundheitspolitischen Hintergrundgespräch (17.00 – 18.00 Uhr) beginnt das interne Netzwerktreffen dann ab 18.30 Uhr im Kulturzentrum Lagerhaus Bremen.

Für den Austausch am Samstag 13. April 2024 sind folgende Themenschwerpunkte vorgesehen:

  • Vorstellung weiterer Männergesundheitsprojekte und -initiativen aus den Reihen des Netzwerks
  • Besuch von Bremer Einrichtungen – z.B. Männersache Gesundheit Osterholz
  • Vorstellung der neuen Factsheets zur Lebenserwartungsdifferenz und zur Früherkennungsteilnahme von Männern
  • Zukunftsperspektiven für das Netzwerk Jungen- und Männergesundheit – z.B. Mini-Workshop über Ziele, Themen, Organisationsform

Detaillierte Einladungen zum Fachtag und zum Netzwerktreffen folgen nach dem Jahreswechsel – heute schon mal eine herzliche Einladung und die Bitte, sich gerne bei uns zu melden mit Anliegen, Themenwünschen oder Vorschlägen für Projektvorstellungen.

Thomas Altgeld mit Männerteam, Anne Starker, Gunter Neubauer

Vorstellung WR-Studie „Gewalt gegen Männer in Partnerschaften – von der Scham zur Hilfe“ · Hannover, 08.02.24

Liebe Netzwerkmitglieder,

das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen führte unter Leitung von Dr. Jonas Schemmel und mit Förderung durch die WEISSER RING Stiftung ein Forschungsprojekt zum Thema Gewalt gegen Männer in Partnerschaften – von der Scham zur Hilfe durch.

Die Viktimisierungsstudie liegt jetzt vor, sie dokumentiert Beziehungsdynamiken, Gewalterfahrungen und Gewaltbelastungen von Männern in hetero- und gleichgeschlechtlichen partnerschaflichen Beziehungen. Der Bericht zeigt Erkenntnisse zu Ausmaß und Relevanz von Gewalt gegen Männer und beleuchtet Hintergründe und Folgen der Gewalt.

Die WEISSER RING Stiftung und das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen laden unser Netzwerk zur Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse der Forschungsstudie ein für

  • Donnerstag, 8. Februar 2024 um 11.00 Uhr
  • Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen, Lützerodestraße 9, 30161 Hannover

Wer aus der Mitgliedschaft Zeit und Interesse hat, unser Netzwerk bei der Präsentation zu vertreten, möge sich bis zum 5. Januar 2024 per Mail bei mir melden: Gunter Neubauer

STD: Abschlusssymposium MEN-ACCES. Suizidprävention für Männer · Berlin 29.02.24

Der Forschungsverbund „MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer“ lädt herzlich ein zum Abschlusssymposium in Berlin. Der Verbund aus der Universität Leipzig, der Medical School Berlin und der Universität Bielefeld forscht zu suizidalem Erleben und Verhalten bei Männern und hat zwei Online-Angebote für Männer mit Suizidrisiko und deren Angehörige entwickelt und evaluiert. 

Am 29. Februar 2024 werden die Ergebnisse des Verbundes in Berlin vorgestellt und Forschende, Therapeut:innen, betroffene Männer, Angehörige und Mitarbeitende aus der Krisenintervention sprechen zu Perspektiven in der Suizidprävention speziell für Männer.

Kontakt: Cora Spahn, Diplom-Psychologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer | Universitätsmedizin Leipzig, Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie

E-Mail: cora.spahn@medizin.uni-leipzig.de

Webseite: MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer: Entwicklung und Evaluation von zwei genderspezifischen E-Learning-Programmen für Gatekeeper und Männer mit Suizidrisiko (uniklinikum-leipzig.de)

TUL 2023: Liebe, Sex und Männergesundheit

Die Kampagne zum Tag der ungleichen Lebenserwartung am 10. Dezember nimmt diese Jahr das Thema der sexuellen Gesundheit auf, das bereits im 3. Männergesundheitsbericht der Stiftung Männergesundheit aufbereitet wurde. Wie bei einem Adventskalender werden nach und nach die Türchen / Kacheln geöffnet und hinter jeder Kachel wartet ein kurzer Info-Text.

Die bisherigen Themen

  • SEX IST GESUND?!
  • SEX MACHT GLÜCKLICH?!
  • HPV UND MÄNNER – was tun, und sollen sich Jungs impfen lassen?
  • NO RISK NO FUN? – Risiken beim Sex und Tipps für ein sicheres und erfülltes Sexleben
  • VÄTER KLÄRT EURE SÖHNE AUF!
  • VATER WERDEN IST NICHT SCHWER?
  • GESUND L(I)EBEN! – Krebsprävention für Jungs und junge Männer
  • SEX VERLÄNGERT DAS LEBEN?

Die Kampagne läuft auch bei facebook.com/stiftungmaenner/

Einladung zur 2. Online-Konferenz „Men’s Sheds – Männerschuppen – Männertreffpunkte“ • 04.12.23 • 14:00 – 17:00

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Juni 2023 veranstaltete die Stiftung Männergesundheit erfolgreich eine Konferenz über „Männerschuppen“ in Deutschland, einem Projekt, das dazu beiträgt, Einsamkeit zu bekämpfen und das Wohlbefinden vor allem älterer Männer zu steigern. Angesichts des äußerst positiven Feedbacks und des regen Interesses, das wir erhalten haben, freuen wir uns, Ihnen heute eine Fortsetzung anzukündigen.

Im Namen der Stiftung Männergesundheit und unter der Leitung von Frau Prof. Bardehle möchten wir Sie herzlich zur 2. Online-Konferenz über „Männerschuppen“ in Deutschland einladen. Die Veranstaltung findet statt am Montag, dem 4. Dezember 2023, von 14:00 bis max. 17:00 Uhr. Wir möchten Sie bitten, sich diesen wichtigen Termin in Ihrem Kalender zu notieren und ihn gerne an alle Interessierten weiterzugeben.

Auf dem Programm stehen Vorträge zu Schwerpunkten und Fragen, die im Zusammenhang mit der Gründung und dem Betrieb von „Männerschuppen“ aufkommen. Im Anhang finden Sie unseren Einladungsflyer mit den wichtigsten Informationen sowie das Programm der Konferenz.

Die Registrierung ist kostenfrei und erfolgt per Email an Juliane Rahl. Den Zugangslink erhalten Sie einige Tage vor der Veranstaltung.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und einen erneut fruchtbaren Austausch über dieses wichtige Thema.

Herzliche Grüße senden

Prof. Doris Bardehle, Veranstaltungsleitung

und Juliane Rahl. Projektmanagement, Stiftungskommunikation und PR

Fachtag „Junge Männer und ihre Gesundheit“ am 17.11.23 in Stuttgart – Programm

Das Kompetenzzentrum Jungen- und Männergesundheit Baden-Württemberg und die Stadt Stuttgart laden mit ihren Kooperationspartnern zum Fachtag ein.

  • Termin: Freitag, 17. November 2023, 9.30 – 16.30 Uhr
  • Veranstaltungsort: Gesundheitsamt, Schloßstraße 91, 70176 Stuttgart

Teilnahme kostenfrei, Anmeldung unter gesundheitsfoerderung@stuttgart.de

Welttag der Suizidprävention am 10. September 2023

Jedes Jahr sterben in Deutschland über 9.000 Menschen durch einen Suizid. 75 % von ihnen sind Männer. Über Suizide, Suizidgedanken und psychische Krankheiten wird immer noch zu wenig gesprochen. Das kann zur Folge haben, dass auch Jungen* und Männer*, die Suizidgedanken haben und psychische Krisen erleben, denken, nur ihnen ginge es so.

Das Infoportal „Männer stärken“ gibt Jungen* und Männern* in Krisen Informationen, Orientierung und Unterstützung auf dem Weg zur Hilfe in belasteten Situationen und bei Gedanken, das eigene Leben vorzeitig zu beenden. Hilfe in Anspruch zu nehmen und über Suizidgedanken und Krisen zu sprechen, kann die Situation verbessern. Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen und Kontrolle zurückzuerlangen. 

Das Infoportal zur Suizidprävention wird vom Forschungsverbund „MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer“ bereitgestellt. Dort arbeiten Fachleute aus Projekten der Universität Leipzig, der Medical School Berlin und der Universität Bielefeld mit.

www.maenner-staerken.de

Kontakt: Cora Spahn, Universität Leipzig, cora.spahn@medizin.uni-leipzig.de, 0341 9718801

Und auch Angehörige finden ein Infoportal mit wichtigen Informationen zu ihrer Situation auf der Homepage:

www.hilfe-fuer-angehoerige.de

Kontakt: Laura Hofmann, Medical School Berlin, laura.hofmann@medicalschool-berlin.de, 030 76683753774 

Text: Stefan Becker, Lindau, praxisconsens.de