Interview: Gewalt, Trauma und Prävention

AOK Gesundheit + Gesellschaft 12/2025: Ralf Ruhl spricht mit Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler über Gewalt und psychische Erkrankungen. Entgegen gängiger medialer Zuschreibungen sind psychisch kranke Männer nicht per se gewalttätig.

Gewalterfahrung kann Männer zu Tätern machen. Der beste Schutz ist eine adäquate Therapie.

Im Kontext des 6. Deutschen Männergesundheitsberichts der Stiftung Männergesundheit (SMG) spricht Ralf Ruhl mit Prof. Dr. Anne Maria Möller-Leimkühler über den Zusammenhang von Gewalt, psychischen Erkrankungen und Prävention. Sie räumt mit dem verbreiteten Stereotyp auf, psychisch kranke Männer seien grundsätzlich gewalttätig, und betont stattdessen die zentrale Rolle früher Traumatisierungen durch Vernachlässigung, Missbrauch und Gewalterfahrungen. Männer mit psychischen Erkrankungen sind häufiger Opfer als Täter von Gewalt, was ihre gesundheitlichen und sozialen Belastungen weiter verschärft.

Der wirksamste Schutz vor Gewalt liegt laut Möller-Leimkühler in einer frühzeitigen, kontinuierlichen medizinischen und psychotherapeutischen Behandlung. Gleichzeitig kritisiert sie den Mangel an spezifischen Beratungs- und Hilfsangeboten für gewaltbetroffene Männer und fordert deren flächendeckenden Ausbau sowie einen offeneren Umgang mit männlichen Gewalterfahrungen jenseits tradierter Geschlechterrollen.

https://www.aok.de/pp/gg/magazine/gesundheit-gesellschaft-12-2025/interview-gewaltverhalten-von-psychisch-kranken/

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